„Stumme Stühle“ für Geflüchtete

#stummestuehle

Es ist eine symbolische Aktion, die das Bündnis für Demokratie und Toleranz im Landkreis Biberach mit Hilfe vieler MitmacherInnen auf die Beine gestellt hat. – Auf Stuhlbeine. An vielen Orten des Landkreises Biberach wurde ein aussagestarker Stuhl aufgestellt. Insgesamt sind es 45 Stühle. Ziel der Aktion ist es zu verdeutlichen, dass genau so viele Geflüchtete im Landkreis Biberach aufzunehmen wären, würde das gesamte Lager Moria, das im Dezember brannte, nach dem Königsteiner Schlüssel auf Deutschland verteilt. Aus der Sicht des Bündnisses und der vielen verschiedenen StuhlgestalterInnen ist das machbar. Bei den internationalen Wochen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vom 15.-28. März sollen die „stummen Stühle“ auf die verheerende Situation in den Flüchtlingslagern aufmerksam machen. Die Geflüchteten in Griechenland sind inzwischen in Lagern wie Kara Tepe auf Lesbos. Hilfsorganisationen und Politiker, die dort waren, berichten von menschenunwürdigen Verhältnissen und Kindern, die seit sie auf der Welt sind, einen Alltag mit Angst und Unsicherheit statt Geborgenheit erleben.
Meist sind es einfache Stühle, die mit eindringlichen Texten erstellt wurden, die nachdenklich machen. In Ummendorf steht Beispielsweise ein Stuhl mit einem angekokelten Bein, aber ein Zweig sprießt aus der Lehne und verheißt Hoffnung.
Kaum ein Stuhl lädt zum bequemen Sitzen ein, nur zum kurzen Verweilen und Ausruhen.

Die Erfahrung der Helferkreise ist, dass nach kurzem Ausruhen und Durchatmen der Wille zum Aufstehen und Leben bei den Angekommenen erwacht. Die meisten Geflüchteten, die 2015 aus Syrien ankamen, bestreiten ihren Lebensunterhalt selbst.
Flucht und Vertreibung gibt es, seit es Menschen gibt. Flucht bedeutet Entsicherung, Entwurzlung, Entfremdung. Kinder und Flucht bedeuten tiefe Verwundung.

Sie sind ihrer Nestwärme beraubt. Das können wir nicht hinnehmen, es muss sich etwas auf europäischer Ebene ändern. Es ist eine Geste der Gastfreundschaft, einem Besucher einen Stuhl anzubieten. Es ist eine Geste der Menschlichkeit, Geflüchteten die machbare Aufnahmebereitschaft anzubieten.

Leider wurde auch schon einer der „stummen Stühle“ in Biberach am Viehmarkt mutwillig zerstört. Dies verurteilt das Bündnis auf schärfste und sieht sich in der Notwendigkeit bestärkt, sich weiterhin für Demokratie und Toleranz im Landkreis einzusetzen

In folgenden Gemeinden haben sich wurden STUMMEN STÜHLE aufgestellt.:
Attenweiler, Bad Schussenried, Berkheim, Biberach, Dettingen, Dürnau, Erlenmoos, Ertingen, Gutenzell-Hürbel, Hochdorf, Kirchberg, Kirchdorf, Laupheim, Maselheim, Mietingen, Ochsenhausen, Riedlingen, Rot a.d. Rot, Tannheim, Ummendorf, Warthausen und Altshausen

RegioTV hat auch über die Aktion einen Beitrag erstellt.

Der Landkreis und die Stadt Biberach haben sich bereits zum sicheren Hafen für Geflüchtete erklärt: https://asyl-bc.de/presse/biberach-erklaert-sich-zum-sicheren-hafen

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